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Agentur, Freelancer oder Baukasten: Eine ehrliche Einordnung

07.10.2026

7 Min Lesezeit

Agentur, Freelancer oder Baukasten: Eine ehrliche Einordnung

Du brauchst eine neue Website und stehst vor der Frage: Selber bauen, einen Freelancer beauftragen oder eine Agentur holen? Jede Option hat ihre Berechtigung. Aber nicht jede passt zu jedem Unternehmen. In diesem Artikel ordne ich die drei Wege ehrlich ein, mit echten Vor- und Nachteilen, ohne Verkaufspitch.

Option 1: Der Website-Baukasten

Baukästen wie Wix, Squarespace oder Jimdo versprechen das Gleiche: Eine professionelle Website in wenigen Stunden, ohne technisches Wissen, zum kleinen Preis. Und für bestimmte Situationen stimmt das auch.

Wann ein Baukasten funktioniert

Ein Baukasten ist eine solide Wahl, wenn du gerade gründest, ein begrenztes Budget hast und schnell online sein willst. Für eine einfache Präsenz mit fünf Seiten, einem Kontaktformular und den wichtigsten Infos reicht das völlig aus. Auch für Testprojekte oder MVPs kann ein Baukasten sinnvoll sein, weil du schnell Ergebnisse siehst und wenig riskierst.

Wo es eng wird

Sobald deine Anforderungen wachsen, stößt du an Grenzen. Individuelle Designs sind nur eingeschränkt möglich. SEO-Einstellungen bleiben oberflächlich. Und wenn du dein CRM anbinden, ein Blog aufbauen oder eine mehrstufige Lead-Generierung umsetzen willst, wird es schnell kompliziert oder schlicht unmöglich.

Für B2B-Unternehmen mit 50+ Mitarbeitern sehe ich Baukästen selten als langfristige Lösung. Die Website ist dein wichtigster Vertriebskanal im digitalen Raum. Wenn sie nicht performt, verlierst du potenzielle Kunden, bevor sie dich überhaupt kennenlernen.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Baukasten

Vorteile

Günstig (10-50 €/Monat), schnell umsetzbar, keine technischen Vorkenntnisse nötig

Nachteile

Eingeschränktes Design, limitierte SEO-Optionen, kaum Individualisierung, Plattformabhängigkeit

Typische Kosten

500-2.000 € (inkl. eigener Zeit)

Option 2: Der Freelancer

Freelancer sind oft die erste Anlaufstelle, wenn der Baukasten nicht mehr reicht. Ein einzelner Spezialist, der deine Website designt und umsetzt. Das kann hervorragend funktionieren, hat aber auch Tücken.

Wann ein Freelancer die richtige Wahl ist

Wenn du ein konkretes Projekt hast, das klar definiert ist, kann ein guter Freelancer eine sehr effiziente Lösung sein. Besonders bei kleineren Websites oder Relaunches mit überschaubarem Umfang. Du bekommst einen direkten Ansprechpartner, oft kürzere Kommunikationswege und in der Regel niedrigere Tagessätze als bei einer Agentur.

Viele Freelancer sind in einem bestimmten Bereich richtig stark. Ein Webflow-Freelancer, der seit Jahren nichts anderes macht, kann in seinem Spezialgebiet genauso gut sein wie eine Agentur.

Wo es schwierig wird

Das Problem ist nicht die Qualität einzelner Freelancer. Das Problem ist die Abhängigkeit von einer einzelnen Person. Wenn dein Freelancer krank wird, im Urlaub ist oder das Projekt nicht mehr betreuen kann, stehst du ohne Backup da. Ich habe das bei Kunden gesehen, die zu uns kamen, nachdem ihr Freelancer plötzlich nicht mehr erreichbar war.

Außerdem deckt ein einzelner Freelancer selten alle Disziplinen ab. Webdesign, Entwicklung, SEO, Copywriting und Conversion-Optimierung aus einer Hand zu bekommen, ist bei Einzelpersonen die Ausnahme. Du musst also entweder Abstriche machen oder mehrere Freelancer koordinieren. Dann bist du allerdings selbst der Projektmanager.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Freelancer

Vorteile

Direkte Kommunikation, oft günstiger als Agenturen, spezialisiertes Know-how

Nachteile

Einzelpersonenrisiko, begrenzte Kapazitäten, meist nur eine Disziplin, kein Backup

Typische Kosten

3.000-15.000 €

Option 3: Die Agentur

Agenturen gibt es in allen Größen und Formen. Von der Zwei-Personen-Boutique bis zur 200-Mitarbeiter-Full-Service-Agentur. Was sie verbindet: Du bekommst ein Team statt einer Einzelperson. Was sie unterscheidet: So ziemlich alles andere.

Wann eine Agentur Sinn macht

Eine Agentur ist dann die richtige Wahl, wenn dein Projekt mehrere Disziplinen erfordert. Design, Entwicklung, Content, SEO. Wenn du einen strategischen Partner suchst, der mitdenkt, nicht nur umsetzt. Und wenn deine Website ein zentrales Business-Asset ist, das langfristig betreut und optimiert werden soll.

Gerade im B2B ist die Website oft der erste Berührungspunkt mit potenziellen Kunden. Wenn ein Interessent auf deine Seite kommt und innerhalb von Sekunden entscheidet, ob er dich kontaktiert oder nicht, dann lohnt es sich, in Strategie und Umsetzung zu investieren.

Wo Agenturen ihre Schwächen haben

Agenturen sind teurer. Das liegt nicht daran, dass jeder Einzelne mehr verdient, sondern an der Struktur. Projektmanagement, Qualitätssicherung, Abstimmungen im Team. Das kostet Zeit und damit Geld. Bei großen Agenturen kommt oft noch Overhead dazu: Account Manager, die zwischen dir und dem Team stehen, lange Feedbackschleifen und starre Prozesse.

Ein weiteres Risiko: Bei manchen Agenturen wirst du als kleiner Kunde behandelt, wenn dein Projektbudget nicht groß genug ist. Die besten Leute arbeiten an den großen Accounts, und dein Projekt landet beim Junior. Das ist nicht überall so, aber es passiert häufiger als man denkt.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Agentur

Vorteile

Breites Know-how, Team-Backup, strategischer Ansatz, langfristige Betreuung

Nachteile

Höhere Kosten, teilweise lange Prozesse, bei großen Agenturen wenig persönlicher Kontakt

Typische Kosten

10.000-80.000 €

Wann passt was? Eine Entscheidungshilfe

Die richtige Wahl hängt von drei Faktoren ab: deinem Budget, der Komplexität des Projekts und deinen internen Ressourcen.

Baukasten, wenn du:

  • Gerade erst startest und ein MVP brauchst

  • Ein Budget unter 2.000 € hast

  • Jemanden im Team hast, der sich darum kümmern kann

  • Eine einfache Präsenz ohne komplexe Anforderungen brauchst

Freelancer, wenn du:

  • Ein klar definiertes Projekt mit überschaubarem Umfang hast

  • Einen direkten Draht zu deinem Dienstleister willst

  • Bereit bist, einen Teil der Koordination selbst zu übernehmen

  • Ein Budget zwischen 3.000 und 15.000 € hast

Agentur, wenn du:

  • Eine Website brauchst, die aktiv zur Kundengewinnung beiträgt

  • Strategie, Design, Entwicklung und SEO aus einer Hand willst

  • Langfristige Betreuung und Optimierung wichtig sind

  • Dein Budget bei 10.000 € oder mehr liegt

Wenn du unsicher bist, was es kostet, eine Website erstellen zu lassen, hilft es, zuerst die eigenen Anforderungen sauber aufzuschreiben. Was muss die Website können? Welche Ziele soll sie erfüllen? Wie viele Seiten braucht ihr? Je klarer das Briefing, desto besser die Angebote, egal ob von Freelancer oder Agentur.

Meine ehrliche Einschätzung

Mit Hutter Studio führe ich ein Studio für B2B-Websites, das beide Modelle zusammenführt: den direkten Draht und das Tempo eines Freelancers, dazu Strategie, Design und Entwicklung aus einem Team wie bei einer Agentur. Ich könnte jetzt also behaupten, das sei immer die beste Wahl. Aber das wäre gelogen.

Wenn du ein kleines Startup mit drei Leuten bist und erstmal eine simple Landingpage brauchst, ist ein Baukasten oder ein guter Freelancer die bessere Wahl. Spar das Geld und investier es, wenn dein Business weiter ist.

Wenn du aber ein B2B-Unternehmen mit 50+ Mitarbeitern bist, deine Website keine Anfragen generiert und du endlich eine Lösung willst, die funktioniert, dann brauchst du jemanden, der das Gesamtbild sieht. Der nicht nur hübsche Seiten baut, sondern versteht, wie deine Zielgruppe tickt und was sie auf der Website sehen muss, um den nächsten Schritt zu machen.

Am Ende geht es nicht um Agentur vs. Freelancer vs. Baukasten. Es geht darum, was zu deiner Situation passt. Und das herauszufinden ist der erste Schritt. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, kannst du dir hier eine unverbindliche Beratung buchen, um deine Optionen durchzusprechen.

Das hängt stark vom Anbieter und Umfang ab. Ein Baukasten kostet zwischen 500 und 2.000 Euro inklusive eigener Zeit. Freelancer liegen typischerweise bei 3.000 bis 15.000 Euro. Agenturen starten bei etwa 10.000 Euro und können bei komplexen Projekten bis 80.000 Euro und mehr kosten. Entscheidend ist nicht der Preis allein, sondern was du für dein Geld bekommst und welchen Return die Website langfristig bringt.

Ein Freelancer ist eine Einzelperson mit spezialisiertem Know-how. Du bekommst direkte Kommunikation und oft günstigere Tagessätze. Eine Agentur bietet ein Team aus verschiedenen Disziplinen, strategische Beratung und langfristige Betreuung. Der Hauptunterschied liegt in der Breite der Leistung und dem Risikofaktor. Bei einem Freelancer hängt alles an einer Person, bei einer Agentur gibt es ein Backup.

Ja, technisch ist das möglich und für einfache Projekte auch sinnvoll. Baukästen wie Wix oder Squarespace sind intuitiv bedienbar. Für eine professionelle B2B-Website mit individuellen Anforderungen an Design, SEO und Lead-Generierung stoßen Baukästen aber schnell an ihre Grenzen. Wenn die Website ein wichtiger Vertriebskanal ist, lohnt sich die Investition in professionelle Unterstützung.

Schau dir das Portfolio an und achte darauf, ob der Dienstleister Erfahrung in deiner Branche oder mit ähnlichen Projekten hat. Frag nach dem Prozess, nicht nur nach dem Ergebnis. Ein guter Dienstleister stellt dir im Erstgespräch Fragen zu deinen Zielen, deiner Zielgruppe und deinen Anforderungen. Wenn jemand sofort ein Angebot schickt, ohne dein Business zu verstehen, ist das meistens kein gutes Zeichen.

Benjamin Hutter

Benjamin Hutter

Geschäftsführer Hutter Studio GmbH

Benjamin ist Gründer und Geschäftsführer von Hutter Studio in Hamburg. Er konzipiert und gestaltet Websites für B2B-Unternehmen. Seine Arbeiten wurden seit 2019 dreimal ausgezeichnet.

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