[ ]

Die 5 häufigsten Fehler bei einem Website-Relaunch

05.10.2026

6 Min Lesezeit

Die 5 häufigsten Fehler bei einem Website-Relaunch

Ein Website-Relaunch ist für viele Unternehmen ein großer Schritt. Neues Design, neue Struktur, neue Technik. Die Erwartungen sind hoch. Aber in der Praxis gehen dabei Dinge schief, die sich vermeiden lassen. Nach über 30 Projekten sind es fast immer die gleichen fünf Fehler.

1. Die Zielgruppe ist nicht klar definiert

Das ist der grundlegendste Fehler und gleichzeitig der häufigste. Viele Unternehmen starten einen Relaunch mit dem Gedanken “die Website muss moderner aussehen”. Aber moderner für wen?

Wenn du nicht weißt, wer deine Website-Besucher sind, in welcher Phase der Kaufentscheidung sie sich befinden und welche Fragen sie haben, baust du ins Blaue. Die Seitenstruktur, die Texte, die Navigation, alles hängt davon ab, wen du ansprechen willst.

Ein typisches Bild: Die bestehende Website hat viele Seiten, aber keinen klaren Fokus. In so einem Fall lohnt es sich, die Seitenstruktur komplett neu aufzubauen und auf den Kern zu reduzieren: Wer ist die Zielgruppe, was ist das Angebot, und wie führt die Website den Besucher zur Kontaktaufnahme? Erst danach geht es ans Design.

2. Kein klarer Prozess

Der zweite Fehler passiert, wenn direkt ins Design gesprungen wird, ohne vorher eine Konzeptphase durchlaufen zu haben. Keine definierte Seitenstruktur, keine Inhalte, keine klaren Ziele.

Das Ergebnis: Endlose Feedback-Schleifen, weil niemand vorher festgelegt hat, was die Website eigentlich leisten soll. Seiten werden gebaut, dann verworfen, dann nochmal umgebaut. Das kostet Zeit, Geld und Nerven auf beiden Seiten.

Ein strukturierter Relaunch folgt einer klaren Reihenfolge. Zuerst die Strategie: Zielgruppe, Ziele, Seitenstruktur, Inhalte. Dann das Design. Dann die Entwicklung. Wer diese Reihenfolge einhält, spart sich die meisten Probleme.

3. Content wird unterschätzt

Neues Design, aber die alten Texte werden einfach übernommen. Das passiert öfter als man denkt. Die Website sieht dann zwar modern aus, sagt aber inhaltlich nichts Neues. Oder schlimmer: Die Texte passen nicht mehr zur neuen Struktur und wirken zusammengestückelt.

Content ist kein Beiwerk, sondern das Fundament. Bevor ein einziges Pixel designt wird, sollte klar sein, welche Inhalte auf welcher Seite stehen. Wer schreibt die Texte? Welche Fragen beantwortet jede Seite? Welche Case Studies oder Referenzen werden eingebunden?

Die besten Relaunches, die ich begleitet habe, hatten eines gemeinsam: Der Content stand vor dem Design. Nicht als fertiger Fließtext, aber als klare Struktur mit definierten Aussagen pro Seite.

4. SEO wird als rein technisches Thema behandelt

Viele denken bei SEO im Kontext eines Relaunches nur an 301-Weiterleitungen und Sitemaps. Das ist wichtig, keine Frage. Aber es ist nur ein Drittel der Geschichte.

Technisches SEO ist die Basis: Weiterleitungen einrichten, damit bestehende Rankings nicht verloren gehen. Saubere URL-Struktur, schnelle Ladezeiten, mobile Optimierung, strukturierte Daten. Das muss stimmen.

Redaktionelles SEO wird oft vergessen. Welche Keywords sind relevant? Wie bauen wir Content auf, der für Google Kontext schafft? Jede Seite braucht ein klares Thema mit den passenden Begriffen, nicht als Keyword-Stuffing, sondern als inhaltliche Tiefe, die Google versteht.

Dazu gehören nicht nur die Leistungsseiten, sondern auch Blog-Artikel, Ratgeber und FAQs. Der Artikel, den du gerade liest, ist selbst Teil davon: Er beantwortet eine Frage, die sich viele Unternehmen vor einem Relaunch stellen, und wird genau dann gefunden, wenn jemand nach dieser Antwort sucht.

Und dann ist da noch lokales SEO. Gerade für Unternehmen mit regionalem Bezug wird das Google Business Profil immer relevanter. Standortseiten, lokale Keywords, Bewertungen. Wer beim Relaunch nur an die Website denkt und das Google Business Profil ignoriert, verschenkt Sichtbarkeit.

5. Kein klarer nächster Schritt für den Besucher

Die Website sieht gut aus, die Inhalte stimmen, aber der Besucher weiß nicht was er als nächstes tun soll. Der CTA ist irgendwo versteckt, es gibt zu viele Optionen gleichzeitig, oder der Weg zur Kontaktaufnahme ist unnötig kompliziert.

Jede Seite braucht ein klares Ziel. Bei einer Leistungsseite ist das meistens eine Kontaktaufnahme oder Terminbuchung. Bei einem Blog-Artikel kann es ein weiterführender Link oder ein Newsletter-Signup sein. Wichtig ist, dass der Besucher zu keinem Zeitpunkt raten muss, was der nächste Schritt ist.

Ein einfacher Test: Öffne jede Seite deiner Website und frag dich, was der Besucher hier tun soll. Wenn die Antwort nicht innerhalb von drei Sekunden klar ist, fehlt etwas.

Fazit

Ein Website-Relaunch muss kein Risiko sein. Die meisten Fehler passieren nicht in der Umsetzung, sondern in der Vorbereitung. Wer seine Zielgruppe kennt, einen klaren Prozess hat, Content ernst nimmt, SEO ganzheitlich denkt und dem Besucher einen klaren nächsten Schritt gibt, hat die wichtigsten Grundlagen abgedeckt.

Ein professioneller Website Relaunch startet bei ca. 8.000 Euro und kann je nach Umfang, Seitenanzahl und Integrationen bis 20.000 Euro und mehr gehen. Der genaue Preis hängt davon ab, ob nur das Design oder auch Struktur, Content und Technik neu gedacht werden.

Typischerweise zwischen 6 und 10 Wochen, abhängig vom Umfang. Die Konzeptphase braucht oft 1-2 Wochen, Design 2-3 Wochen, Entwicklung 2-3 Wochen und Launch mit Testing nochmal eine Woche.

Durch ein sauberes URL-Mapping mit 301-Weiterleitungen für alle bestehenden Seiten, aktualisierte Meta-Tags, eine neue Sitemap und Monitoring der Indexierung nach dem Launch. Dazu kommt redaktionelles SEO mit relevanten Keywords und lokales SEO für regionale Sichtbarkeit.

Ein Redesign aktualisiert das visuelle Erscheinungsbild bei bestehender Struktur. Ein Relaunch geht tiefer und umfasst eine neue Informationsarchitektur, neue Nutzerführung, oft neue Technologie und überarbeitete Inhalte.

Benjamin Hutter

Benjamin Hutter

Geschäftsführer Hutter Studio GmbH

Benjamin ist Gründer und Geschäftsführer von Hutter Studio in Hamburg. Er konzipiert und gestaltet Websites für B2B-Unternehmen. Seine Arbeiten wurden seit 2019 dreimal ausgezeichnet.

LinkedIn-Profil